Preslisa-Blog

Preslisa-Blog

Elvis und ich

Hier werde ich in Zukunft immer etwas schreiben, wenn Elvis mir im Alltag begegnet. Und das passiert öfter, als man denkt. Is ja auch klar, man muß nur die Buchstaben, aus denen sich ELVIS zusammensetzt, etwas schütteln, und es wird offensichtlich: ELVIS LIVES!

Er lebt.

Elvis - 35. TodestagGeschrieben von Preslisa Sa, August 04, 2012 13:28:36

Am 16. August vor 35 Jahren ist Elvis gestorben. Man fand ihn tot in seinem Badezimmer. Mit runtergelassener Hose und blau angelaufener Zunge lag er vor seinem goldenen „Thron“ auf dem Badezimmerteppich, als man vergeblich versuchte, ihn wiederzubeleben. Die offizielle Todesursache: Herzversagen. Ein eher erbärmlicher Abgang für einen Popstar seines Formats. Da haben sich andere Musiksuperstars spektakulärer verabschiedet: Autounfälle, Drogenüberdosis, Flugzeugabstürze, Attentate. Aber gerade deshalb ist der Tod von Elvis so tragisch. In seiner Alltäglichkeit. Quasi symptomatisch für eine Art Niedergang, die er in den letzten Jahren seines Lebens öffentlich hingelegt hat. Elvis hat nicht auf dem glanzvollen Höhepunkt seiner Karriere, nicht in der Blütezeit seiner körperlichen Erscheinung, Bye-Bye gesagt. Elvis ist für mich der einzige Megastar, der zu Lebzeiten begonnen hat, sich selbst zu dekonstruieren. Und gerade das macht den Elvis-Mythos nach wie vor so groß. Elvis hat den Prototypen einer Popstar-Karriere hingelegt – mit den höchsten Höhen und den tiefsten Tiefen, die eine Popstar-Karriere zu bieten hat. Und das vor der ganzen Welt.

Dass Elvis so phänomenal unspektakulär gestorben ist, ist spektakulär. Und bietet nach wie vor Anlass für unzählige Spekulationen.

So ziemlich jeder, der Elvis mal die Hand geschüttelt hat, hat seinen Senf dazu abgegeben, unzählige Musikjournalisten und Elvis-Biographen haben versucht, dem Elvis-Mythos auf den Grund zu gehen, die Umstände, die zu seinem Tod führten auf den Punkt zu bringen. In der Autobiographie von George Nichopoulos habe ich gelesen, dass Elvis‘ damalige Freundin Ginger Alden sich lieber erst einmal geschminkt, ihre Mutter und dann die Presse angerufen hat, bevor sie jemandem in Graceland Bescheid sagte, dass Elvis regungslos im Badezimmer liegt. Ob das so stimmt? Bei Peter Guralnick habe ich gelesen, dass man Elvis noch schnell eine Bibel in die Hand gedrückt hat, bevor der Notarzt kam, aber eigentlich las er gerade ein Buch über Tantra-Sex, als er vom Klo kippte. Den Obduktionsbericht, die FBI-Akten über Elvis – all das konnte man in den 35 Jahren seit seinem Tod in Buchform erwerben. Wer da nun wie und warum „Recht hat“, wer vermag das schon zu beurteilen? Oder war es doch Mike Stone, der Ex-Karate-Lehrer von Elvis, der ihm Priscilla ausspannte, der in Elvis‘ Badezimmer eindrang und ihn per Handkantenschlag ins Genick niederstreckte? Oder waren die Cheeseburger Schuld? Oder doch Dr. Nick (George Nichopoulos)? Oder gar der Colonel? Oder ist Elvis wirklich einfach nur untergetaucht? Und Elvis-Imitator geworden?

Diese unzähligen Spekulationen finde ich nicht pietätlos. Auch wenn ich glaube, dass Elvis tatsächlich, also körperlich, an diesem Tag im August gestorben ist. Die Gedankenspiele oben beweisen: Tot ist Elvis nicht. Noch lange nicht. Nach wie vor treten Menschen auf den Plan, die in Sachen Elvis ein Wörtchen mitreden wollen. Nach wie vor erscheinen jedes Jahr neue Bücher, die sich mit Elvis, seinem Leben und seiner Karriere beschäftigen. Abgesehen vom musikalischen Erbe, das Elvis hinterlassen hat, und der überbordenden Literatur über ihn (es gibt schon mehrere ausgewiesene Elvis-Bibliographien, die alle Elvis-bezogenen Print-Veröffentlichungen auflisten), ist die Masse an kulturellem Text, der sich irgendwie auf Elvis bezieht, auch spektakulär und phänomenal. Man muss sich nur mal ein paar Folgen „X-Files“ angucken. Im Schnitt macht Fox Mulder in jeder dritten Folge eine Elvis-Anspielung. An unzähligen Ecken und Enden findet man solche Elvis-Anspielungen und Zitate in der populären Kultur. Guck sich nur mal einer eine Live-Performance von Bruno Mars an – da steckt zwar auch ein bisschen James Brown und Michael Jackson, aber auf jeden Fall volle Kanne Elvis drin. Kein Wunder, der Typ war mit 4 Jahren ja auch der jüngste Elvis-imitator aller Zeiten…

Was ich damit sagen will: Egal, unter welchen Umständen oder warum Elvis nun genau gestorben ist oder sterben musste - er ist nach wie vor kulturelles Kapital und lebt in unserer Popkultur weiter, die ohne die Karriere, die er vorgelegt hat, heute nicht das wäre, was sie ist.

Also: THE KING IS DEAD – LONG LIVE THE KING! Amen.


Fill in only if you are not real





Die folgenden XHTML-Tags sind erlaubt: <b>, <br/>, <em>, <i>, <strong>, <u>. CSS Styles und Javascript sind nicht erlaubt.