Preslisa-Blog

...Elvis - 35. Todestag

Posted by Preslisa Thu, August 16, 2012 16:43:28

Elvis ist seit 35 Jahren tot. Körperlich. Mit 42 Jahren starb er. Das ist für einen Popstar seiner Wirkungskraft eigentlich ein ganz stolzes Alter. James Dean, Buddy Holly, Jim Morrison, Janis Joplin, Jimi Hendrix, die sind alle keine 30 geworden. Michael Jackson wurde 50, aber die letzten Jahre seiner Karriere waren für ihn (das unterstelle ich mal) bestimmt kein großer Spaß.

Wenn man so einigen Zeitzeugen glauben mag, insbesondere Berichten seiner „Vertrauten“, also Männern, die ihm als Mitglieder der sogenannten „Memphis-Mafia“ so etwas wie ein soziales Umfeld bieten wollten, von denen man als Außenstehender aber nicht zu entscheiden vermag, ob das „Echte Freunde“ waren, hatte Elvis in den letzten Jahren seines Lebens auch so seinen Schaff damit, „Elvis zu sein“. Und das war er nun mal. Seitdem er 19 war. ELVIS: Synonym für eine rebellische, wilde Jungend in den 50ern, Abziehbild eines gefälligen Mainstream-Pop-Idols in den 60ern, wiederauferstandener King of Rock’n‘Roll Ende der 60er und Anfang der 70er, diamantbemantelte Ikone in den 70ern. 23 Jahre lang, pausenlos - in Tonstudios, Filmstudios, Konzerthallen – als ELVIS unterwegs. Bereits zu Lebzeiten eine Legende. Spätestens seit er 1956 seinen fulminanten internationalen Durchbruch erlebte, gehörte er nicht mehr sich selbst. Er gehörte der Popkultur. Um es mal etwas pathetisch auszudrücken: Elvis hat sein Leben der Popkultur gegeben. Und ich unterstelle, dass man das nicht jahrzehntelang gesunden Geistes übersteht und behaupte, sein Tod war für Elvis eine Erlösung. Und auch für seine Fans. Ich mag mir nicht vorstellen, wie man Elvis in den 80ern präsentiert hätte, wie Elvis den Aufstieg von Michael Jackson (King of… what?) verkraftet hätte, wie man ihn mit Duetten mit Britney und Celine Dion durch die 90er geschleppt und krampfhaft versucht hätte, ihn on Top of the Pop-World zu halten. Und drunter wär’s für Elvis nicht gegangen, er war schließlich ELVIS. Und heute, wo fast wöchentlich von irgendeinem TV-Format irgendwo auf der Welt ein neuer Superstar geboren wird, wo wir Leute, die allenfalls Wunderkerzen sind, „Superstar“ nennen, das wäre keine Welt für einen waschechten Superstar wie Elvis. Auch die Self-Marketing-Queen Madonna kommt da ja schon lange nicht mehr mit. Ja, es ist traurig, wenn ein Mensch diese Welt verlässt, gerade noch dazu ein so talentierter. Aber, wenn man so lange Zeit wie Elvis eine so populäre, öffentliche „Figur“ ist, kann man da überhaupt würdevoll altern? Will die Öffentlichkeit überhaupt, dass man altert? Wohin zieht man sich zurück, wenn man seit seiner Jugend so öffentlich gelebt hat? Mag man überhaupt anders existieren? Als private Person? Die kennt man ja dann vielleicht gar nicht… Nur kurz Johnny Cash hat das ganz großartig öffentlich geschafft – das öffentliche Älterwerden als Künstler. Der hat sich in hohem Alter noch einmal neu als Musiker ge- oder erfunden. Aber hätte Elvis dafür den Mumm gehabt? Glaubt man der einschlägigen Literatur, hatte Elvis eine solche Angst vor der Erfolglosigkeit, dass er sich so etwas nicht getraut hätte. Aber das ist pure Spekulation. Ich denke: Elvis ist zwar recht jung gestorben, aber auf keinen Fall „vor seiner Zeit“. Der war genau zur richtigen Zeit da. Zu SEINER Zeit.

Elvis‘ Erbe ist groß. 23 Jahre Lebend-Karriere, tausende Konzertauftritte, nur eine Hand voll, für seine King-of-Rock’n’Roll-Werdung aber eminent wichtige, Fernsehauftritte, 31 (diskutable) Spielfilme, 3 Konzert-Doku-Filme, an die 1.000 im Studio aufgenommene Songs. Eine Karriere, die immer noch ihresgleichen sucht. Ein Leben, über das auch 35 Jahre nach Ableben des Protagonisten, immer noch geschrieben und spekuliert wird. Eine Pop-Figur, die in unzähligen Zitaten, Referenzen, Anspielungen, immer noch in der Pop-Kultur weiterlebt (seine posthume Karriere ist ein Kapitel für sich und hat auch schon einige Bücher zu Folge gehabt). Elvis starb 1977, aber er ist nach wie vor (nennt man heute glaub ich so) „viral“.

Abgesehen davon, ob man Elvis, seinen künstlerischen Output, sein Image, mag – man muss anerkennen: Elvis war groß, Elvis ist groß. Danke. Elvis.

Er lebt.Elvis - 35. Todestag

Posted by Preslisa Sat, August 04, 2012 13:28:36

Am 16. August vor 35 Jahren ist Elvis gestorben. Man fand ihn tot in seinem Badezimmer. Mit runtergelassener Hose und blau angelaufener Zunge lag er vor seinem goldenen „Thron“ auf dem Badezimmerteppich, als man vergeblich versuchte, ihn wiederzubeleben. Die offizielle Todesursache: Herzversagen. Ein eher erbärmlicher Abgang für einen Popstar seines Formats. Da haben sich andere Musiksuperstars spektakulärer verabschiedet: Autounfälle, Drogenüberdosis, Flugzeugabstürze, Attentate. Aber gerade deshalb ist der Tod von Elvis so tragisch. In seiner Alltäglichkeit. Quasi symptomatisch für eine Art Niedergang, die er in den letzten Jahren seines Lebens öffentlich hingelegt hat. Elvis hat nicht auf dem glanzvollen Höhepunkt seiner Karriere, nicht in der Blütezeit seiner körperlichen Erscheinung, Bye-Bye gesagt. Elvis ist für mich der einzige Megastar, der zu Lebzeiten begonnen hat, sich selbst zu dekonstruieren. Und gerade das macht den Elvis-Mythos nach wie vor so groß. Elvis hat den Prototypen einer Popstar-Karriere hingelegt – mit den höchsten Höhen und den tiefsten Tiefen, die eine Popstar-Karriere zu bieten hat. Und das vor der ganzen Welt.

Dass Elvis so phänomenal unspektakulär gestorben ist, ist spektakulär. Und bietet nach wie vor Anlass für unzählige Spekulationen.

So ziemlich jeder, der Elvis mal die Hand geschüttelt hat, hat seinen Senf dazu abgegeben, unzählige Musikjournalisten und Elvis-Biographen haben versucht, dem Elvis-Mythos auf den Grund zu gehen, die Umstände, die zu seinem Tod führten auf den Punkt zu bringen. In der Autobiographie von George Nichopoulos habe ich gelesen, dass Elvis‘ damalige Freundin Ginger Alden sich lieber erst einmal geschminkt, ihre Mutter und dann die Presse angerufen hat, bevor sie jemandem in Graceland Bescheid sagte, dass Elvis regungslos im Badezimmer liegt. Ob das so stimmt? Bei Peter Guralnick habe ich gelesen, dass man Elvis noch schnell eine Bibel in die Hand gedrückt hat, bevor der Notarzt kam, aber eigentlich las er gerade ein Buch über Tantra-Sex, als er vom Klo kippte. Den Obduktionsbericht, die FBI-Akten über Elvis – all das konnte man in den 35 Jahren seit seinem Tod in Buchform erwerben. Wer da nun wie und warum „Recht hat“, wer vermag das schon zu beurteilen? Oder war es doch Mike Stone, der Ex-Karate-Lehrer von Elvis, der ihm Priscilla ausspannte, der in Elvis‘ Badezimmer eindrang und ihn per Handkantenschlag ins Genick niederstreckte? Oder waren die Cheeseburger Schuld? Oder doch Dr. Nick (George Nichopoulos)? Oder gar der Colonel? Oder ist Elvis wirklich einfach nur untergetaucht? Und Elvis-Imitator geworden?

Diese unzähligen Spekulationen finde ich nicht pietätlos. Auch wenn ich glaube, dass Elvis tatsächlich, also körperlich, an diesem Tag im August gestorben ist. Die Gedankenspiele oben beweisen: Tot ist Elvis nicht. Noch lange nicht. Nach wie vor treten Menschen auf den Plan, die in Sachen Elvis ein Wörtchen mitreden wollen. Nach wie vor erscheinen jedes Jahr neue Bücher, die sich mit Elvis, seinem Leben und seiner Karriere beschäftigen. Abgesehen vom musikalischen Erbe, das Elvis hinterlassen hat, und der überbordenden Literatur über ihn (es gibt schon mehrere ausgewiesene Elvis-Bibliographien, die alle Elvis-bezogenen Print-Veröffentlichungen auflisten), ist die Masse an kulturellem Text, der sich irgendwie auf Elvis bezieht, auch spektakulär und phänomenal. Man muss sich nur mal ein paar Folgen „X-Files“ angucken. Im Schnitt macht Fox Mulder in jeder dritten Folge eine Elvis-Anspielung. An unzähligen Ecken und Enden findet man solche Elvis-Anspielungen und Zitate in der populären Kultur. Guck sich nur mal einer eine Live-Performance von Bruno Mars an – da steckt zwar auch ein bisschen James Brown und Michael Jackson, aber auf jeden Fall volle Kanne Elvis drin. Kein Wunder, der Typ war mit 4 Jahren ja auch der jüngste Elvis-imitator aller Zeiten…

Was ich damit sagen will: Egal, unter welchen Umständen oder warum Elvis nun genau gestorben ist oder sterben musste - er ist nach wie vor kulturelles Kapital und lebt in unserer Popkultur weiter, die ohne die Karriere, die er vorgelegt hat, heute nicht das wäre, was sie ist.

Also: THE KING IS DEAD – LONG LIVE THE KING! Amen.

WUUHUU! oder: Gekommen, um zu jubelnELVIS - THE CONCERT

Posted by Preslisa Thu, March 29, 2012 20:37:39

Vor Jahren meinte mal jemand zu mir, er fände auf Konzerten nichts nerviger als unmotiviertes „Wuuhuu“-Gerufe (in English: „Whoohooh“). Am letzten Montag hab ich oft und hochmotiviert „Wuuhuu!“ gerufen. Weil mir nichts Besseres einfiel. Und weil ich nicht auf den Fingern pfeifen kann. Und schließlich war ich doch gekommen, um zu jubeln.

Zugegeben, die Übergänge zwischen den Songs hätten liebevoller und einfallsreicher gestaltet sein können, die Qualität der Projektionsbilder von heute auf den Leinwänden hätte der Qualität der Projektionen von damals etwas besser angepasst werden können. Die Illusion, Elvis stünde echt auf der Bühne, hätte mehr bedient werden können. Die Festhalle hätte etwas voller, am liebsten ausverkauft sein können. Wir saßen ziemlich weit hinten im Saal – noch hinter dem Technik-Pult, und da hinten war der Sound manchmal schon eher eimerig und die Sitzplätze eher spärlich besetzt. Die Elvis-Bilder waren von da hinten recht kleinformatig, und um die Band nicht nur auf der Leinwand, sondern die ganze Zeit auf der Bühne sehen zu können, hätte ich ein Fernglas dabei haben müssen. Aber darum ging es mir am Montag nicht. Ich hatte an diesem Abend keine Lust, zu meckern, sondern wollte mich zusammen mit anderen über Elvis freuen.

Ich war bereit, mich von Begeisterungsstürmen mitreißen zu lassen. Das Intro, das ich gestern beschrieben habe, sorgte auf jeden Fall für eine erste kleine Jubelwelle. Nach dem Intro kam der Elvis-Konzert-Standard-Opener „See See Rider“ und einige Songs aus „Aloha from Hawaii“ (1973). Das waren für meinen Geschmack zu viele 50er-Songs im Seventies-Gewand, die mir in dieser Bandbesetzung einfach nicht so gut gefallen. Gefesselt war ich da nicht, aber doch erfreut. Die nächste Konzert-Offensive war dann die, dass die Elvis-Projektion (aus „Elvis on Tour“ - 1972) den Licht-Techniker darum bat, das Saallicht anzumachen, damit er sein Publikum mal sieht. Das tat der Lichttechniker in der Festhalle auch, und ich hatte einen kleinen Moment von Echtzeit-Illusion – „Wuuhuu! Hallo Elvis!“ Meine „Wuuhuu“-Stimmung blieb mir durch die folgende Gospel-Offensive erhalten: Die Imperials traten in die Bühnenmitte und sangen auf die Aufforderung des „Elvis on Tour“-Elvis „Sweet Spirit“, einen Song ohne Elvis-Beteiligung, den man von J.D. Sumner und den Stamps aus dem „Elvis on Tour“-Konzertfilm kennt. Und wieder ein kurzer Moment, in dem ich ansatzweise das Gefühl hatte, ich lausche den Imperials mit Elvis zusammen. Was mich nach Ende des Songs dazu veranlasst hat, die Arme in die Luft zu recken und laut „Wuuuuhuuuu!“ zu rufen. Es folgten 2 Songs, bei denen ich auch juble, wenn ich sie zu Hause für mich allein höre (nicht mit wuuhuu, aber durchaus mal mit den Armen in der Luft): „How Great Thou Art“ (auch aus „Elvis on Tour“) und „If I Can Dream“: der bestaussehendste Elvis ever im weißen Anzug aus seinem Comeback-Special von 1968. Ich also doch schon wieder Kopf in den Nacken, Arme in die Luft „Yeah! Wuuuuhuuu!“ und „Jaaaaa!“ rufend und ständig kommentierend: „Jetzt flipp ich aus!“

Danach: Pause. Und ich mußte erstmal eine rauchen gehen. Zu Beginn des zweiten Sets fühlte ich mich doch ein wenig wie ein skeptisch-distanzierter Theaterbesucher, es fehlte so ein Intro wie beim ersten Set, das einen nach der halbstündigen Pause wieder zurück ins Elvis-Konzert-Geschehen reißen konnte. Da hab ich mich ein wenig zurückgelehnt, mich im Saal umgeguckt, mal beobachtet, was die Techniker vor uns am Pult machen und mich auf die Musiker konzentriert. Aber auf jeden Fall war ich immer noch grundsätzlich erfreut. „You Gave Me A Mountain“, „I’ll Remember You“, sehr schöne Songs. Etwas mehr dabei war ich dann wieder bei “Bridge Over Troubled Water” – der Song ist in der Elvis-Version einfach pompös gut! Bei „Suspicious Minds“ (Elvis aus: „That’s The Way It Is“- 1970) hatten sie mich dann wieder, da schwappte eine sehr ausgelassene Stimmung durch die Festhalle, und das fühlte sich für ein paar Sekunden tatsächlich so an, als stünde Elvis live auf der Bühne. Bei „An American Trilogy“ (mit dem Elvis aus „Aloha From Hawaii“) erreichte meine Begeisterung den Höhepunkt. Den Song liebe ich auch im Original von Mickey Newbury, und ich hab mich am Montag nicht nur mit Arme-Hochreißen und „Wuuuhuuu!“-Schreien begnügt, sondern bin auch zum Beinstrampeln und Aufspringen übergegangen. (Dass ich bei diesem Song ausflippen würde, hatte ich allerdings schon vorm Konzert angekündigt). Und ich hatte den Eindruck, es zwingt jetzt auch den Rest des Saales auf die Füße - Standing Ovations. Mit „Can’t Help Falling In Love“ konnte ich dann wieder etwas runterkommen, und mit der Ansage: „Ladies and gentlemen, Elvis has left the building“ war dann Schluß. Das war auch gut so, hat dann auch gereicht. Mehr Ausflipping wäre glaub ich nicht drin gewesen.

Ich bin doch froh, dass ich so ein posthumes Elvis-Konzert mal live erlebt habe. Und auch, wenn ich großen Respekt für diese wahnsinnigen Musiker habe (und die müssen schon ein wenig wahnsinnig sein, wenn sie seit 13 Jahren mit dem toten Elvis auf Tour gehen) – ich werde jetzt nicht anfangen, der TCB-Band hinterherzureisen. Und ich bin auch nach wie vor nicht scharf drauf, Joe Esposito oder Jerry Schilling (sehr aktive Elvis-Kult-Ausschlachter, weil ehemalige Mitglieder der „Memphis Mafia“). Ich zelebriere meine Elvis-Leidenschaft jetzt wieder auf meine Weise – ohne Orchester und fette Lightshow, klein aber fein…

Nichtsdestotrotz beschäftigt mich seit Montag die Frage: Wenn man bei so einem Konzert seine Begeisterung tonal kundtun will, nicht trampeln und einfach nur in die Hände klatschen will und nicht auf den Fingern pfeifen kann, was bleibt einem dann anderes tun, als „Whooohooh!“ und „Wuuhuu!“ und ab und zu mal „Yeah!“ und „Ja!“ zu schreien???

Erfrischend unprätentiös und irgendwie bodenständigELVIS - THE CONCERT

Posted by Preslisa Wed, March 28, 2012 15:36:45

1 Dirigent, 6 Musiker, 1 Symphonie-Orchester, 3 Backgroundsängerinnen, 4 Backgroundsänger und – über ihnen schwebend – 3 Bildschirme/ Leinwände: Die Bühne war voll am Montagabend in der Frankfurter Festhalle.

Aber eines war schnell klar: Bei „Elvis – the Concert“ geht es nicht um technischen Firlefanz, posthume Glorifizierung (obwohl die Sache an sich natürlich dazu beiträgt), überknadidelten Bombast und Kultabfeierei. Bei „Elvis – the Concert“ geht es um die Musik. Das ist den Original-Elvis-Musikern zu verdanken, die auf der Bühne standen. Und sie waren fast alle da.

Die Ansagen kamen alle von der Elvis-Projektion, waren kurz und knapp, nur einmal hat sich Joe Guercio eingemischt, als es galt, den Bassisten des Abends anzusagen: Norbert Putnam. Für den gab es keine Elvis-Konserven-Ansage, weil der zu Lebzeiten nie live mit Elvis aufgetreten ist, allerdings bei ca. 120 Elvis-Songs im Studio den Bass gezupft hat. Ansonsten blieb Joe Guercio ruhig, und auch kein anderes Mitglied der TCB-Band, keine der Damen von den Sweet Inspirations, keiner von den Imperials hat zu reden begonnen. Es hätte sich durchaus angeboten, ein paar Elvis-Fun-Facts mit dem Publikum zu teilen. Aber darum ging es nicht, und das finde ich auch sehr gut so.

Lediglich zu Konzertbeginn wurde bildtechnisch etwas tiefer in die Bombast-Trickkiste gegriffen: Der Saak wurde dunkel. „Also sprach Zarathustra“ erklingt (in den 70ern das Standard-Elvis-Konzert-Intro). Auf der (noch vor der Bühne hängenden) Riesenleinwand wird ein Riesenglobus gezeigt. Darüber in fetten Lettern: ELVIS PRESLEY. Dann: FRANKFURT. Dann: 26.03.2012. Zoom auf den Globus: Europa. Dann: Deutschland. Hessen. Frankfurt. Die Festhalle. Rein in die Festhalle. Der Rücken eines Elvis-Kostüms wurde gezeigt. (Ob da Original-Aufnahmen, vielleicht von Elvisens letztem dokumentierten Konzert 1976 waren, vermag ich nicht mehr zu sagen. Hier hatte mich schon die erste Jubelattacke übermannt und meine Wahrnehmung war etwas gefühlsbenebelt). Die Kamera folgt dem Elvis-Rücken durch ein paar Flure, ein Bühneneingang wird sichtbar. Spot auf die Bühne. Eine lebensecht-große Elvis-Projektion tritt in den Lichtkegel und begrüßt das Publikum. Die Leinwand geht hoch und gibt den Blick auf die Bühne frei. – Das fand ich wirklich ganz schön groß!

Danach gab es keine solche Spielerei mehr. Man sah die Band auf der Bühne, über ihren Köpfen eine größere Projektionsfläche, rechts und links davon 2 kleinere. In der Mitte war meistens der Live-Elvis zu sehen. Auf den anderen beiden Flächen Dokumentarische Szenen und Fotos quer durch Elvis‘ Karriere hinweg. Wenn’s an die Soli der Musiker ging, wurde der Musiker und der live von heute gezeigt. Da sah man schon, dass James Burtons Finger nicht mehr so flink sind wie damals, dass die Sweet Inspirations mit ihren Stimmen nicht mehr so hoch kommen. Aber ich fand schon erstaunlich, wie es so einer Band gelingt, live so tight zu einer vom Band kommenden Gesangsspur zu spielen. Sehr beachtlich. Und sie haben auch nicht 1:1 die Versionen von damals intoniert, sondern (abgesehen von der Songstruktur) auch ihrem heutigen Niveau entsprechend, aber immer voll dabei, konzentriert und liebevoll gespielt. Das fand ich hingebungsvoll und bewundernswert. Von der Seite der Musiker war das also kein hollywoodeskes Spektakel, keine morbide Ausschlachtung eines toten Performers. Ich hatte den Eindruck, alle genießen es einfach, nochmal mit Elvis und miteinander auf der Bühne zu stehen.

Das fand ich besonders eindrucksvoll, wenn James Burton auf die Aufforderung vom Konserven-Elvis („Play it, James“) zum Solo ausholte oder Glen D. Hardin zum Beginn von „My Way“ und „Bridge Over Troubled Water“ Elvis solo begleitet hat.

Deswegen steht mein Blog heute im Zeichen der Lobhudelei dieser tollen Musiker:

http://www.tcbfanclub.com/

Irgendwie tolle Typen, die in ihrem Leben nicht nur mit Elvis, sondern auch mit anderen tollen Typen Musik gemacht haben. Zum Beispiel Gram Parsons. Find ich auch groß…

Dieser Blog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber morgen folgen weitere Eindrücke…

NACHHER...ELVIS - THE CONCERT

Posted by Preslisa Tue, March 27, 2012 13:52:28



VORHER...ELVIS - THE CONCERT

Posted by Preslisa Tue, March 27, 2012 13:50:28



WER MACHT DIE ANSAGEN?ELVIS - THE CONCERT

Posted by Preslisa Fri, March 23, 2012 17:46:34

Der Retorten-Elvis-himselvis? Joe Guercio? Ein Band-Mitglied? Oder ein Überraschungs-Stargast?

Ab Mitte der 70er war Elvis für seine ausufernden, monologisierenden und teilweise peinlich langen und gar langweiligen Ansagen verschrien. Das ist zumindest in allen einschlägigen Biographien zu lesen. Ich selbst habe so eine berüchtigte Elvis-Konzert-Ansage noch nie zu Ohren bekommen. Aber vielleicht gibt es die ja doch irgendwo da draußen, auf Tonträger gebannt. Das Label „Follow That Dream“ (nach einem Elvis-Film benannt) hat diverse Mischpult-Live-Mitschnitte von Elvis-Konzerten aus den 70ern veröffentlicht – diese CDs hab ich noch nie gehört, könnte ja sein, dass da auf einigen auch eine dieser Monster-Ansagen von Elvis drauf ist? Wer mehr darüber weiß – bitte schickt mir eine Mail! Oder gibt es gar eine CD komplett nur mit Elvis-Ansagen? Habe ich bisher leider nicht ausfindig machen können – auch hier freu ich mich über sachdienliche Hinweise!

Ich befürchte, dass ich am Montag vergeblich auf eine Monster-Ansage von Elvis warten wird. Schon sehr „special interest“ mein Wunsch, endlich einmal eine dieser Ansagen zu hören…

Aber gespannt bin ich darauf, wie der Übergang zwischen den Songs gestaltet sein wird. Sagt da einer an, von welchem Konzertmitschnitt der nächste Song stammt und aus welchem Jahr? Welches Bill-Belew-Kostüm Elvis da trägt und wie viel Millionen es heute wert ist? Uh, und wem es heute gehört oder, ob es verschollen ist! Ob Elvis es gerne getragen hat oder besonders gerne bei diesem Song. Welches Licht er auf der Bühne bevorzugt hat und, ob er es gehasst hat, im Scheinwerferlicht so saumäßig zu schwitzen. Ob er mal darüber nachgedacht hat, seine verschwitzten Schals für einen guten Zweck zu versteigern.

Ääääh, ich drifte ab. Wird Zeit, dass endlich Montag ist…

Was zieh ich bloß an? ...ELVIS - THE CONCERT

Posted by Preslisa Wed, March 21, 2012 17:12:20

…Nicht ganz ernsthaft, aber irgendwie stelle ich mir diese Frage doch. Ich habe heute ein Gefühl, als ob ich mich auf eine Art Massengottesdienst am kommenden Mon tag vorbereiten müsste. Auf jeden Fall auf ein ganz besonderes Großereignis. Und da hab ich auch gleichzeitig das Gefühl, ich müsste mich rausputzen. Unter Rausputzen verstehen unterschiedlich Leute ja durchaus Unterschiedliches. Vielleicht sind irgendwelche Pappnasen anwesend, die es witzig finden, als Elvis verkleidet zu erscheinen ( schlotter!), oder diverse Elvis-Fan-Clubs erscheinen im Kollektiv in Elvis-Aufnäher-Kutte… Vielleicht kommt auch jemand auf die Idee, so zu tun, als wäre er in 1970-Las-Vegas und ginge in extrafeinem Zwirn zur Mitternachtsmatinée…

Ich hoffe ja, dass außer mir auch noch ein paar andere „normale“ Elvis-Interessierte erscheinen. Und ich hoffe auch, die Bude wird voll. Das wäre sonst eine wirklich traurige Veranstaltung. Stimmung soll da schon herrschen. Bin nur gespannt, welche Art von Stimmung das sein wird. Bitte keine zu fanatische Ehrfurcht, die würde ich höchstens verstehen, wenn der echte Elvis anwesend wäre. Und bitte auch keine karnevalesk-betrunkene Wuuuhuuu-Jublerei… Wer weiß, vielleicht wird es ja tatsächlich eine andächtig-religiöse Veranstaltung?

Egal, ob lebendiger Elvis auf der Bühne oder nicht –wenn man jemanden auf einer Bühne feiert, dann feiert man immer auch ein Stück weit sich selbst und das, was man mit dem Dargebotenen verbindet. Zu Lieblings-Songs von Lieblings-Bands und –Interpreten hat jeder seine privaten Stories parat. Die Band wird auf jeden Fall Jubel abkriegen, aber der Hauptjubel wird Elvis gelten, beziehungsweise der individuellen Elvis-Leidenschaft des Einzelnen. Und Elvis wird keine Chance haben, sein Publikum zu enttäuschen, ihm wird nicht die Stimme versagen wie Whitney Houston. Massenverzückung am Montag also nicht ausgeschlossen. Das wird eine bizarre Veranstaltung! Ob jemand in Tränen ausbrechen wird? Wild mit den Armen wedeln? Unkontrolliert schluchzend „ELVIS! ELVIS! ELVIS!“ kreischen wird? Am Ende sogar ich? Ohjemine…

Und vielleicht sind ja nicht nur Liebhaber, Fans und Fanatiker anwesend, sondern auch Neugierige, die sich hauptsächlich die ganzen Durchgeknallten auf dieser durchgeknallten Veranstaltung mal angucken wollen…