Preslisa-Blog

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Elvis und ich

Hier werde ich in Zukunft immer etwas schreiben, wenn Elvis mir im Alltag begegnet. Und das passiert öfter, als man denkt. Is ja auch klar, man muß nur die Buchstaben, aus denen sich ELVIS zusammensetzt, etwas schütteln, und es wird offensichtlich: ELVIS LIVES!

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Elvis - 35. TodestagPosted by Preslisa Thu, August 16, 2012 16:43:28

Elvis ist seit 35 Jahren tot. Körperlich. Mit 42 Jahren starb er. Das ist für einen Popstar seiner Wirkungskraft eigentlich ein ganz stolzes Alter. James Dean, Buddy Holly, Jim Morrison, Janis Joplin, Jimi Hendrix, die sind alle keine 30 geworden. Michael Jackson wurde 50, aber die letzten Jahre seiner Karriere waren für ihn (das unterstelle ich mal) bestimmt kein großer Spaß.

Wenn man so einigen Zeitzeugen glauben mag, insbesondere Berichten seiner „Vertrauten“, also Männern, die ihm als Mitglieder der sogenannten „Memphis-Mafia“ so etwas wie ein soziales Umfeld bieten wollten, von denen man als Außenstehender aber nicht zu entscheiden vermag, ob das „Echte Freunde“ waren, hatte Elvis in den letzten Jahren seines Lebens auch so seinen Schaff damit, „Elvis zu sein“. Und das war er nun mal. Seitdem er 19 war. ELVIS: Synonym für eine rebellische, wilde Jungend in den 50ern, Abziehbild eines gefälligen Mainstream-Pop-Idols in den 60ern, wiederauferstandener King of Rock’n‘Roll Ende der 60er und Anfang der 70er, diamantbemantelte Ikone in den 70ern. 23 Jahre lang, pausenlos - in Tonstudios, Filmstudios, Konzerthallen – als ELVIS unterwegs. Bereits zu Lebzeiten eine Legende. Spätestens seit er 1956 seinen fulminanten internationalen Durchbruch erlebte, gehörte er nicht mehr sich selbst. Er gehörte der Popkultur. Um es mal etwas pathetisch auszudrücken: Elvis hat sein Leben der Popkultur gegeben. Und ich unterstelle, dass man das nicht jahrzehntelang gesunden Geistes übersteht und behaupte, sein Tod war für Elvis eine Erlösung. Und auch für seine Fans. Ich mag mir nicht vorstellen, wie man Elvis in den 80ern präsentiert hätte, wie Elvis den Aufstieg von Michael Jackson (King of… what?) verkraftet hätte, wie man ihn mit Duetten mit Britney und Celine Dion durch die 90er geschleppt und krampfhaft versucht hätte, ihn on Top of the Pop-World zu halten. Und drunter wär’s für Elvis nicht gegangen, er war schließlich ELVIS. Und heute, wo fast wöchentlich von irgendeinem TV-Format irgendwo auf der Welt ein neuer Superstar geboren wird, wo wir Leute, die allenfalls Wunderkerzen sind, „Superstar“ nennen, das wäre keine Welt für einen waschechten Superstar wie Elvis. Auch die Self-Marketing-Queen Madonna kommt da ja schon lange nicht mehr mit. Ja, es ist traurig, wenn ein Mensch diese Welt verlässt, gerade noch dazu ein so talentierter. Aber, wenn man so lange Zeit wie Elvis eine so populäre, öffentliche „Figur“ ist, kann man da überhaupt würdevoll altern? Will die Öffentlichkeit überhaupt, dass man altert? Wohin zieht man sich zurück, wenn man seit seiner Jugend so öffentlich gelebt hat? Mag man überhaupt anders existieren? Als private Person? Die kennt man ja dann vielleicht gar nicht… Nur kurz Johnny Cash hat das ganz großartig öffentlich geschafft – das öffentliche Älterwerden als Künstler. Der hat sich in hohem Alter noch einmal neu als Musiker ge- oder erfunden. Aber hätte Elvis dafür den Mumm gehabt? Glaubt man der einschlägigen Literatur, hatte Elvis eine solche Angst vor der Erfolglosigkeit, dass er sich so etwas nicht getraut hätte. Aber das ist pure Spekulation. Ich denke: Elvis ist zwar recht jung gestorben, aber auf keinen Fall „vor seiner Zeit“. Der war genau zur richtigen Zeit da. Zu SEINER Zeit.

Elvis‘ Erbe ist groß. 23 Jahre Lebend-Karriere, tausende Konzertauftritte, nur eine Hand voll, für seine King-of-Rock’n’Roll-Werdung aber eminent wichtige, Fernsehauftritte, 31 (diskutable) Spielfilme, 3 Konzert-Doku-Filme, an die 1.000 im Studio aufgenommene Songs. Eine Karriere, die immer noch ihresgleichen sucht. Ein Leben, über das auch 35 Jahre nach Ableben des Protagonisten, immer noch geschrieben und spekuliert wird. Eine Pop-Figur, die in unzähligen Zitaten, Referenzen, Anspielungen, immer noch in der Pop-Kultur weiterlebt (seine posthume Karriere ist ein Kapitel für sich und hat auch schon einige Bücher zu Folge gehabt). Elvis starb 1977, aber er ist nach wie vor (nennt man heute glaub ich so) „viral“.

Abgesehen davon, ob man Elvis, seinen künstlerischen Output, sein Image, mag – man muss anerkennen: Elvis war groß, Elvis ist groß. Danke. Elvis.

Er lebt.

Elvis - 35. TodestagPosted by Preslisa Sat, August 04, 2012 13:28:36

Am 16. August vor 35 Jahren ist Elvis gestorben. Man fand ihn tot in seinem Badezimmer. Mit runtergelassener Hose und blau angelaufener Zunge lag er vor seinem goldenen „Thron“ auf dem Badezimmerteppich, als man vergeblich versuchte, ihn wiederzubeleben. Die offizielle Todesursache: Herzversagen. Ein eher erbärmlicher Abgang für einen Popstar seines Formats. Da haben sich andere Musiksuperstars spektakulärer verabschiedet: Autounfälle, Drogenüberdosis, Flugzeugabstürze, Attentate. Aber gerade deshalb ist der Tod von Elvis so tragisch. In seiner Alltäglichkeit. Quasi symptomatisch für eine Art Niedergang, die er in den letzten Jahren seines Lebens öffentlich hingelegt hat. Elvis hat nicht auf dem glanzvollen Höhepunkt seiner Karriere, nicht in der Blütezeit seiner körperlichen Erscheinung, Bye-Bye gesagt. Elvis ist für mich der einzige Megastar, der zu Lebzeiten begonnen hat, sich selbst zu dekonstruieren. Und gerade das macht den Elvis-Mythos nach wie vor so groß. Elvis hat den Prototypen einer Popstar-Karriere hingelegt – mit den höchsten Höhen und den tiefsten Tiefen, die eine Popstar-Karriere zu bieten hat. Und das vor der ganzen Welt.

Dass Elvis so phänomenal unspektakulär gestorben ist, ist spektakulär. Und bietet nach wie vor Anlass für unzählige Spekulationen.

So ziemlich jeder, der Elvis mal die Hand geschüttelt hat, hat seinen Senf dazu abgegeben, unzählige Musikjournalisten und Elvis-Biographen haben versucht, dem Elvis-Mythos auf den Grund zu gehen, die Umstände, die zu seinem Tod führten auf den Punkt zu bringen. In der Autobiographie von George Nichopoulos habe ich gelesen, dass Elvis‘ damalige Freundin Ginger Alden sich lieber erst einmal geschminkt, ihre Mutter und dann die Presse angerufen hat, bevor sie jemandem in Graceland Bescheid sagte, dass Elvis regungslos im Badezimmer liegt. Ob das so stimmt? Bei Peter Guralnick habe ich gelesen, dass man Elvis noch schnell eine Bibel in die Hand gedrückt hat, bevor der Notarzt kam, aber eigentlich las er gerade ein Buch über Tantra-Sex, als er vom Klo kippte. Den Obduktionsbericht, die FBI-Akten über Elvis – all das konnte man in den 35 Jahren seit seinem Tod in Buchform erwerben. Wer da nun wie und warum „Recht hat“, wer vermag das schon zu beurteilen? Oder war es doch Mike Stone, der Ex-Karate-Lehrer von Elvis, der ihm Priscilla ausspannte, der in Elvis‘ Badezimmer eindrang und ihn per Handkantenschlag ins Genick niederstreckte? Oder waren die Cheeseburger Schuld? Oder doch Dr. Nick (George Nichopoulos)? Oder gar der Colonel? Oder ist Elvis wirklich einfach nur untergetaucht? Und Elvis-Imitator geworden?

Diese unzähligen Spekulationen finde ich nicht pietätlos. Auch wenn ich glaube, dass Elvis tatsächlich, also körperlich, an diesem Tag im August gestorben ist. Die Gedankenspiele oben beweisen: Tot ist Elvis nicht. Noch lange nicht. Nach wie vor treten Menschen auf den Plan, die in Sachen Elvis ein Wörtchen mitreden wollen. Nach wie vor erscheinen jedes Jahr neue Bücher, die sich mit Elvis, seinem Leben und seiner Karriere beschäftigen. Abgesehen vom musikalischen Erbe, das Elvis hinterlassen hat, und der überbordenden Literatur über ihn (es gibt schon mehrere ausgewiesene Elvis-Bibliographien, die alle Elvis-bezogenen Print-Veröffentlichungen auflisten), ist die Masse an kulturellem Text, der sich irgendwie auf Elvis bezieht, auch spektakulär und phänomenal. Man muss sich nur mal ein paar Folgen „X-Files“ angucken. Im Schnitt macht Fox Mulder in jeder dritten Folge eine Elvis-Anspielung. An unzähligen Ecken und Enden findet man solche Elvis-Anspielungen und Zitate in der populären Kultur. Guck sich nur mal einer eine Live-Performance von Bruno Mars an – da steckt zwar auch ein bisschen James Brown und Michael Jackson, aber auf jeden Fall volle Kanne Elvis drin. Kein Wunder, der Typ war mit 4 Jahren ja auch der jüngste Elvis-imitator aller Zeiten…

Was ich damit sagen will: Egal, unter welchen Umständen oder warum Elvis nun genau gestorben ist oder sterben musste - er ist nach wie vor kulturelles Kapital und lebt in unserer Popkultur weiter, die ohne die Karriere, die er vorgelegt hat, heute nicht das wäre, was sie ist.

Also: THE KING IS DEAD – LONG LIVE THE KING! Amen.