Preslisa-Blog

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Elvis und ich

Hier werde ich in Zukunft immer etwas schreiben, wenn Elvis mir im Alltag begegnet. Und das passiert öfter, als man denkt. Is ja auch klar, man muß nur die Buchstaben, aus denen sich ELVIS zusammensetzt, etwas schütteln, und es wird offensichtlich: ELVIS LIVES!

WUUHUU! oder: Gekommen, um zu jubeln

ELVIS - THE CONCERTPosted by Preslisa Thu, March 29, 2012 20:37:39

Vor Jahren meinte mal jemand zu mir, er fände auf Konzerten nichts nerviger als unmotiviertes „Wuuhuu“-Gerufe (in English: „Whoohooh“). Am letzten Montag hab ich oft und hochmotiviert „Wuuhuu!“ gerufen. Weil mir nichts Besseres einfiel. Und weil ich nicht auf den Fingern pfeifen kann. Und schließlich war ich doch gekommen, um zu jubeln.

Zugegeben, die Übergänge zwischen den Songs hätten liebevoller und einfallsreicher gestaltet sein können, die Qualität der Projektionsbilder von heute auf den Leinwänden hätte der Qualität der Projektionen von damals etwas besser angepasst werden können. Die Illusion, Elvis stünde echt auf der Bühne, hätte mehr bedient werden können. Die Festhalle hätte etwas voller, am liebsten ausverkauft sein können. Wir saßen ziemlich weit hinten im Saal – noch hinter dem Technik-Pult, und da hinten war der Sound manchmal schon eher eimerig und die Sitzplätze eher spärlich besetzt. Die Elvis-Bilder waren von da hinten recht kleinformatig, und um die Band nicht nur auf der Leinwand, sondern die ganze Zeit auf der Bühne sehen zu können, hätte ich ein Fernglas dabei haben müssen. Aber darum ging es mir am Montag nicht. Ich hatte an diesem Abend keine Lust, zu meckern, sondern wollte mich zusammen mit anderen über Elvis freuen.

Ich war bereit, mich von Begeisterungsstürmen mitreißen zu lassen. Das Intro, das ich gestern beschrieben habe, sorgte auf jeden Fall für eine erste kleine Jubelwelle. Nach dem Intro kam der Elvis-Konzert-Standard-Opener „See See Rider“ und einige Songs aus „Aloha from Hawaii“ (1973). Das waren für meinen Geschmack zu viele 50er-Songs im Seventies-Gewand, die mir in dieser Bandbesetzung einfach nicht so gut gefallen. Gefesselt war ich da nicht, aber doch erfreut. Die nächste Konzert-Offensive war dann die, dass die Elvis-Projektion (aus „Elvis on Tour“ - 1972) den Licht-Techniker darum bat, das Saallicht anzumachen, damit er sein Publikum mal sieht. Das tat der Lichttechniker in der Festhalle auch, und ich hatte einen kleinen Moment von Echtzeit-Illusion – „Wuuhuu! Hallo Elvis!“ Meine „Wuuhuu“-Stimmung blieb mir durch die folgende Gospel-Offensive erhalten: Die Imperials traten in die Bühnenmitte und sangen auf die Aufforderung des „Elvis on Tour“-Elvis „Sweet Spirit“, einen Song ohne Elvis-Beteiligung, den man von J.D. Sumner und den Stamps aus dem „Elvis on Tour“-Konzertfilm kennt. Und wieder ein kurzer Moment, in dem ich ansatzweise das Gefühl hatte, ich lausche den Imperials mit Elvis zusammen. Was mich nach Ende des Songs dazu veranlasst hat, die Arme in die Luft zu recken und laut „Wuuuuhuuuu!“ zu rufen. Es folgten 2 Songs, bei denen ich auch juble, wenn ich sie zu Hause für mich allein höre (nicht mit wuuhuu, aber durchaus mal mit den Armen in der Luft): „How Great Thou Art“ (auch aus „Elvis on Tour“) und „If I Can Dream“: der bestaussehendste Elvis ever im weißen Anzug aus seinem Comeback-Special von 1968. Ich also doch schon wieder Kopf in den Nacken, Arme in die Luft „Yeah! Wuuuuhuuu!“ und „Jaaaaa!“ rufend und ständig kommentierend: „Jetzt flipp ich aus!“

Danach: Pause. Und ich mußte erstmal eine rauchen gehen. Zu Beginn des zweiten Sets fühlte ich mich doch ein wenig wie ein skeptisch-distanzierter Theaterbesucher, es fehlte so ein Intro wie beim ersten Set, das einen nach der halbstündigen Pause wieder zurück ins Elvis-Konzert-Geschehen reißen konnte. Da hab ich mich ein wenig zurückgelehnt, mich im Saal umgeguckt, mal beobachtet, was die Techniker vor uns am Pult machen und mich auf die Musiker konzentriert. Aber auf jeden Fall war ich immer noch grundsätzlich erfreut. „You Gave Me A Mountain“, „I’ll Remember You“, sehr schöne Songs. Etwas mehr dabei war ich dann wieder bei “Bridge Over Troubled Water” – der Song ist in der Elvis-Version einfach pompös gut! Bei „Suspicious Minds“ (Elvis aus: „That’s The Way It Is“- 1970) hatten sie mich dann wieder, da schwappte eine sehr ausgelassene Stimmung durch die Festhalle, und das fühlte sich für ein paar Sekunden tatsächlich so an, als stünde Elvis live auf der Bühne. Bei „An American Trilogy“ (mit dem Elvis aus „Aloha From Hawaii“) erreichte meine Begeisterung den Höhepunkt. Den Song liebe ich auch im Original von Mickey Newbury, und ich hab mich am Montag nicht nur mit Arme-Hochreißen und „Wuuuhuuu!“-Schreien begnügt, sondern bin auch zum Beinstrampeln und Aufspringen übergegangen. (Dass ich bei diesem Song ausflippen würde, hatte ich allerdings schon vorm Konzert angekündigt). Und ich hatte den Eindruck, es zwingt jetzt auch den Rest des Saales auf die Füße - Standing Ovations. Mit „Can’t Help Falling In Love“ konnte ich dann wieder etwas runterkommen, und mit der Ansage: „Ladies and gentlemen, Elvis has left the building“ war dann Schluß. Das war auch gut so, hat dann auch gereicht. Mehr Ausflipping wäre glaub ich nicht drin gewesen.

Ich bin doch froh, dass ich so ein posthumes Elvis-Konzert mal live erlebt habe. Und auch, wenn ich großen Respekt für diese wahnsinnigen Musiker habe (und die müssen schon ein wenig wahnsinnig sein, wenn sie seit 13 Jahren mit dem toten Elvis auf Tour gehen) – ich werde jetzt nicht anfangen, der TCB-Band hinterherzureisen. Und ich bin auch nach wie vor nicht scharf drauf, Joe Esposito oder Jerry Schilling (sehr aktive Elvis-Kult-Ausschlachter, weil ehemalige Mitglieder der „Memphis Mafia“). Ich zelebriere meine Elvis-Leidenschaft jetzt wieder auf meine Weise – ohne Orchester und fette Lightshow, klein aber fein…

Nichtsdestotrotz beschäftigt mich seit Montag die Frage: Wenn man bei so einem Konzert seine Begeisterung tonal kundtun will, nicht trampeln und einfach nur in die Hände klatschen will und nicht auf den Fingern pfeifen kann, was bleibt einem dann anderes tun, als „Whooohooh!“ und „Wuuhuu!“ und ab und zu mal „Yeah!“ und „Ja!“ zu schreien???

Erfrischend unprätentiös und irgendwie bodenständig

ELVIS - THE CONCERTPosted by Preslisa Wed, March 28, 2012 15:36:45

1 Dirigent, 6 Musiker, 1 Symphonie-Orchester, 3 Backgroundsängerinnen, 4 Backgroundsänger und – über ihnen schwebend – 3 Bildschirme/ Leinwände: Die Bühne war voll am Montagabend in der Frankfurter Festhalle.

Aber eines war schnell klar: Bei „Elvis – the Concert“ geht es nicht um technischen Firlefanz, posthume Glorifizierung (obwohl die Sache an sich natürlich dazu beiträgt), überknadidelten Bombast und Kultabfeierei. Bei „Elvis – the Concert“ geht es um die Musik. Das ist den Original-Elvis-Musikern zu verdanken, die auf der Bühne standen. Und sie waren fast alle da.

Die Ansagen kamen alle von der Elvis-Projektion, waren kurz und knapp, nur einmal hat sich Joe Guercio eingemischt, als es galt, den Bassisten des Abends anzusagen: Norbert Putnam. Für den gab es keine Elvis-Konserven-Ansage, weil der zu Lebzeiten nie live mit Elvis aufgetreten ist, allerdings bei ca. 120 Elvis-Songs im Studio den Bass gezupft hat. Ansonsten blieb Joe Guercio ruhig, und auch kein anderes Mitglied der TCB-Band, keine der Damen von den Sweet Inspirations, keiner von den Imperials hat zu reden begonnen. Es hätte sich durchaus angeboten, ein paar Elvis-Fun-Facts mit dem Publikum zu teilen. Aber darum ging es nicht, und das finde ich auch sehr gut so.

Lediglich zu Konzertbeginn wurde bildtechnisch etwas tiefer in die Bombast-Trickkiste gegriffen: Der Saak wurde dunkel. „Also sprach Zarathustra“ erklingt (in den 70ern das Standard-Elvis-Konzert-Intro). Auf der (noch vor der Bühne hängenden) Riesenleinwand wird ein Riesenglobus gezeigt. Darüber in fetten Lettern: ELVIS PRESLEY. Dann: FRANKFURT. Dann: 26.03.2012. Zoom auf den Globus: Europa. Dann: Deutschland. Hessen. Frankfurt. Die Festhalle. Rein in die Festhalle. Der Rücken eines Elvis-Kostüms wurde gezeigt. (Ob da Original-Aufnahmen, vielleicht von Elvisens letztem dokumentierten Konzert 1976 waren, vermag ich nicht mehr zu sagen. Hier hatte mich schon die erste Jubelattacke übermannt und meine Wahrnehmung war etwas gefühlsbenebelt). Die Kamera folgt dem Elvis-Rücken durch ein paar Flure, ein Bühneneingang wird sichtbar. Spot auf die Bühne. Eine lebensecht-große Elvis-Projektion tritt in den Lichtkegel und begrüßt das Publikum. Die Leinwand geht hoch und gibt den Blick auf die Bühne frei. – Das fand ich wirklich ganz schön groß!

Danach gab es keine solche Spielerei mehr. Man sah die Band auf der Bühne, über ihren Köpfen eine größere Projektionsfläche, rechts und links davon 2 kleinere. In der Mitte war meistens der Live-Elvis zu sehen. Auf den anderen beiden Flächen Dokumentarische Szenen und Fotos quer durch Elvis‘ Karriere hinweg. Wenn’s an die Soli der Musiker ging, wurde der Musiker und der live von heute gezeigt. Da sah man schon, dass James Burtons Finger nicht mehr so flink sind wie damals, dass die Sweet Inspirations mit ihren Stimmen nicht mehr so hoch kommen. Aber ich fand schon erstaunlich, wie es so einer Band gelingt, live so tight zu einer vom Band kommenden Gesangsspur zu spielen. Sehr beachtlich. Und sie haben auch nicht 1:1 die Versionen von damals intoniert, sondern (abgesehen von der Songstruktur) auch ihrem heutigen Niveau entsprechend, aber immer voll dabei, konzentriert und liebevoll gespielt. Das fand ich hingebungsvoll und bewundernswert. Von der Seite der Musiker war das also kein hollywoodeskes Spektakel, keine morbide Ausschlachtung eines toten Performers. Ich hatte den Eindruck, alle genießen es einfach, nochmal mit Elvis und miteinander auf der Bühne zu stehen.

Das fand ich besonders eindrucksvoll, wenn James Burton auf die Aufforderung vom Konserven-Elvis („Play it, James“) zum Solo ausholte oder Glen D. Hardin zum Beginn von „My Way“ und „Bridge Over Troubled Water“ Elvis solo begleitet hat.

Deswegen steht mein Blog heute im Zeichen der Lobhudelei dieser tollen Musiker:

http://www.tcbfanclub.com/

Irgendwie tolle Typen, die in ihrem Leben nicht nur mit Elvis, sondern auch mit anderen tollen Typen Musik gemacht haben. Zum Beispiel Gram Parsons. Find ich auch groß…

Dieser Blog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber morgen folgen weitere Eindrücke…

NACHHER...

ELVIS - THE CONCERTPosted by Preslisa Tue, March 27, 2012 13:52:28


VORHER...

ELVIS - THE CONCERTPosted by Preslisa Tue, March 27, 2012 13:50:28


WER MACHT DIE ANSAGEN?

ELVIS - THE CONCERTPosted by Preslisa Fri, March 23, 2012 17:46:34

Der Retorten-Elvis-himselvis? Joe Guercio? Ein Band-Mitglied? Oder ein Überraschungs-Stargast?

Ab Mitte der 70er war Elvis für seine ausufernden, monologisierenden und teilweise peinlich langen und gar langweiligen Ansagen verschrien. Das ist zumindest in allen einschlägigen Biographien zu lesen. Ich selbst habe so eine berüchtigte Elvis-Konzert-Ansage noch nie zu Ohren bekommen. Aber vielleicht gibt es die ja doch irgendwo da draußen, auf Tonträger gebannt. Das Label „Follow That Dream“ (nach einem Elvis-Film benannt) hat diverse Mischpult-Live-Mitschnitte von Elvis-Konzerten aus den 70ern veröffentlicht – diese CDs hab ich noch nie gehört, könnte ja sein, dass da auf einigen auch eine dieser Monster-Ansagen von Elvis drauf ist? Wer mehr darüber weiß – bitte schickt mir eine Mail! Oder gibt es gar eine CD komplett nur mit Elvis-Ansagen? Habe ich bisher leider nicht ausfindig machen können – auch hier freu ich mich über sachdienliche Hinweise!

Ich befürchte, dass ich am Montag vergeblich auf eine Monster-Ansage von Elvis warten wird. Schon sehr „special interest“ mein Wunsch, endlich einmal eine dieser Ansagen zu hören…

Aber gespannt bin ich darauf, wie der Übergang zwischen den Songs gestaltet sein wird. Sagt da einer an, von welchem Konzertmitschnitt der nächste Song stammt und aus welchem Jahr? Welches Bill-Belew-Kostüm Elvis da trägt und wie viel Millionen es heute wert ist? Uh, und wem es heute gehört oder, ob es verschollen ist! Ob Elvis es gerne getragen hat oder besonders gerne bei diesem Song. Welches Licht er auf der Bühne bevorzugt hat und, ob er es gehasst hat, im Scheinwerferlicht so saumäßig zu schwitzen. Ob er mal darüber nachgedacht hat, seine verschwitzten Schals für einen guten Zweck zu versteigern.

Ääääh, ich drifte ab. Wird Zeit, dass endlich Montag ist…

Was zieh ich bloß an? ...

ELVIS - THE CONCERTPosted by Preslisa Wed, March 21, 2012 17:12:20

…Nicht ganz ernsthaft, aber irgendwie stelle ich mir diese Frage doch. Ich habe heute ein Gefühl, als ob ich mich auf eine Art Massengottesdienst am kommenden Mon tag vorbereiten müsste. Auf jeden Fall auf ein ganz besonderes Großereignis. Und da hab ich auch gleichzeitig das Gefühl, ich müsste mich rausputzen. Unter Rausputzen verstehen unterschiedlich Leute ja durchaus Unterschiedliches. Vielleicht sind irgendwelche Pappnasen anwesend, die es witzig finden, als Elvis verkleidet zu erscheinen ( schlotter!), oder diverse Elvis-Fan-Clubs erscheinen im Kollektiv in Elvis-Aufnäher-Kutte… Vielleicht kommt auch jemand auf die Idee, so zu tun, als wäre er in 1970-Las-Vegas und ginge in extrafeinem Zwirn zur Mitternachtsmatinée…

Ich hoffe ja, dass außer mir auch noch ein paar andere „normale“ Elvis-Interessierte erscheinen. Und ich hoffe auch, die Bude wird voll. Das wäre sonst eine wirklich traurige Veranstaltung. Stimmung soll da schon herrschen. Bin nur gespannt, welche Art von Stimmung das sein wird. Bitte keine zu fanatische Ehrfurcht, die würde ich höchstens verstehen, wenn der echte Elvis anwesend wäre. Und bitte auch keine karnevalesk-betrunkene Wuuuhuuu-Jublerei… Wer weiß, vielleicht wird es ja tatsächlich eine andächtig-religiöse Veranstaltung?

Egal, ob lebendiger Elvis auf der Bühne oder nicht –wenn man jemanden auf einer Bühne feiert, dann feiert man immer auch ein Stück weit sich selbst und das, was man mit dem Dargebotenen verbindet. Zu Lieblings-Songs von Lieblings-Bands und –Interpreten hat jeder seine privaten Stories parat. Die Band wird auf jeden Fall Jubel abkriegen, aber der Hauptjubel wird Elvis gelten, beziehungsweise der individuellen Elvis-Leidenschaft des Einzelnen. Und Elvis wird keine Chance haben, sein Publikum zu enttäuschen, ihm wird nicht die Stimme versagen wie Whitney Houston. Massenverzückung am Montag also nicht ausgeschlossen. Das wird eine bizarre Veranstaltung! Ob jemand in Tränen ausbrechen wird? Wild mit den Armen wedeln? Unkontrolliert schluchzend „ELVIS! ELVIS! ELVIS!“ kreischen wird? Am Ende sogar ich? Ohjemine…

Und vielleicht sind ja nicht nur Liebhaber, Fans und Fanatiker anwesend, sondern auch Neugierige, die sich hauptsächlich die ganzen Durchgeknallten auf dieser durchgeknallten Veranstaltung mal angucken wollen…

Noch eine Woche - ELVIS in der Festhalle Frankfurt/Main

ELVIS - THE CONCERTPosted by Preslisa Mon, March 19, 2012 17:53:55

„Elvis – The Concert“ – seit 13 Jahren ist Elvis - der tote Elvis - auf Welt-Tournee. Zu Lebzeiten hat er das nie geschafft, ist nur in den Vereinigten Staaten aufgetreten. Es war wohl mal eine Australien-Tour angedacht, und im Wembley-Stadion in London sollte er auch mal spielen – hat aber alles nie stattgefunden. Und jetzt, fast 35 Jahre nach seinem Tod, füllt Elvis weltweit die Hallen. Ein Live-Konzert, bei dem die wichtigste Person ein Toter ist. Irgendwie morbide und obszön. Und rekordverdächtig. Das war den Menschen vom Guiness-Buch der Rekorde einen Eintrag wert: die erste Live-Performance eines Toten. Das Prinzip ist ja auch ganz einfach: Halb-Playback – nur andersrum. Die Band spielt live, die Stimme kommt aus der Konserve.

Wer geht da hin, zu so einer Veranstaltung? Offensichtlich nicht nur eine Hand voll emotional gestörter Elvis-Fanatiker, sondern jede Menge Leute, die die Tour dieses Programms seit 13 Jahren laufen lassen. Auch rekordverdächtig. Aber ohne mich! Hab ich zumindest bis vor kurzem noch gedacht… Wenn ich da hingehe, wird es mir nur wehtun, dass man Elvis eben nicht mehr live erleben kann. Und das Ton- und Bildmaterial von Elvis wird aus den jedem Elvis-Freund hinlänglich bekannten Materialien seiner Konzert-Filme „That’s The Way It Is“, „Elvis on Tour“ und vom Konzertmitschnitt von „Aloha from Hawaii“ und vielleicht noch vom Comeback-Special stammen. Das Zeug kenne ich in- und auswendig, jeden Atmer von Elvis kann ich da quasi mitsingen. Elvis wird sein Publikum (und auch seine Band) nicht mit unvorhergesehenen Melodie-Schnörkeln oder einem spontanen „Hello Frankfurt“ überraschen können. Dinge eben, die ein Live-Konzert erst richtig spannend machen, dass zwischen Publikum und Performer oder mit einem Song spontan etwas Neues, für diesen Abend Einzigartiges, entsteht, die werden am 26.03.2012 in der Festhalle in Frankfurt nicht stattfinden. Da wird mich nichts überraschen können. Oder etwa doch? Wird Elvis etwa nicht nur eine schnöde Leinwand-Projektion sein? Sondern eine interaktive hyperreale 3D-Projektion? Ein Elvis-Computer? Na, das wär vielleicht doch etwas zu albern…. Eins steht jedenfalls fest: Ich werde mich nicht mit anderen Ladies um verschwitzte Elvis-Schals kloppen können. Oder mir während „Can’t help Falling In Love“ am Bühnenrand einen Kuß von Elvis abholen.

Aber gespannt bin ich auf die Band – die alten Recken der TCB-Band, die hoffentlich alle am Start sind: James Burton, Jerry Scheff, Ronnie Tutt, Glen D. Hardin. Die haben Elvis zumindest wirklich live erlebt und auf unzähligen Konzerten in echt begleitet. Joe Guercio, der original-zu-Elvis-Lebzeiten-musikalische-Leiter, ist jedenfalls auf dem Konzertplakat angekündigt…